
Psoriasis ist zwar noch nicht heilbar – aber sehr gut behandelbar. So ermöglichen moderne Therapien vielen Betroffenen eine langfristige Verbesserung bis hin zu einer Symptomfreiheit.12 Hierzu ist eine frühzeitige Diagnose relevant, ebenso wie klar definierte Therapieziele und eine rechtzeitige Therapieeskalation, sollten diese Ziele nicht erreicht werden.
Informieren Sie sich heute über das Leben mit Schuppenflechte und die Therapieoptionen.
Eine Haut frei von äußerlich sichtbarer Schuppenflechte, auch „Psoriasis“ genannt, ist für viele Betroffene möglich. Wie erfahren Sie hier in 4 Schritten.




Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die Hautveränderungen am ganzen Körper verursachen kann – sie ist jedoch nicht ansteckend.1
Die Schuppenflechte ist eine in Schüben verlaufende Erkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift. Dies führt dazu, dass übermäßig viele Hautzellen gebildet werden, die sich dann in sogenannten Plaques auf der Hautoberfläche ansammeln. Neben der Haut können bei der Schuppenflechte auch die Nägel betroffen sein.1 Bei vielen Betroffenen kann zudem auch eine Gelenkentzündung (Psoriasis-Arthritis) auftreten.3
In Deutschland leben mehr als zwei Millionen Menschen mit Schuppenflechte.1 Etwa ein Fünftel der Betroffenen hat eine mittelschwere bis schwere Form, bei welcher die Lebensqualität stark beeinträchtigt sein kann.4 Doch nur ein kleiner Teil von ihnen erhält moderne Behandlungen, obwohl diese nach aktueller Behandlungs-Leitlinie in vielen Fällen sinnvoll wären.4
Das Kennen und Verstehen des Schweregrades Ihrer Schuppenflechte ist ein wichtiger Schritt, um den optimalen Behandlungsplan gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu finden. Zur Beurteilung des Schweregrades werden verschiedene Aspekte berücksichtigt, die mit unterschiedlichen Verfahren bestimmt werden. Je nach Verfahren wird mit einbezogen, wie weit sich die Schuppenflechte ausgebreitet hat, wie stark die Entzündung ist, welche Stellen betroffen sind und wie sehr die Lebensqualität eingeschränkt ist. Die Einteilung des Schweregrades stützt sich schließlich auf drei zu ermittelnde Werte: BSA (Body Surface Area), PASI (Psoriasis Area and Severity Index) und DLQI (Dermatology Life Quality Index).2
Der BSA-Wert gibt den Prozentsatz der von Schuppenflechte befallenen Körperoberfläche an.2 Die Größe der eigenen Handfläche entspricht ungefähr 1 Prozent der Körperoberfläche. Liegt der BSA-Wert unter 3 Prozent, so spricht man von einer leichten Schuppenflechte. Ein BSA-Wert von 3–10 Prozent wird als mittelschwere Schuppenflechte eingestuft. Und ab einem BSA-Wert von mehr als 10 Prozent gilt es als schwere Schuppenflechte.5
Weniger als 3 % der Körperoberfläche
ist betroffen
3‑10 % der Körperoberfläche
sind betroffen
Mehr als 10 % der Körperoberfläche
ist betroffen
Der DLQI ermittelt die persönliche Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Schuppenflechte.2
Mit dem Fragebogen zur Lebensqualität werden das Ausmaß der gesamten körperlichen Belastungen sowie das seelische Befinden innerhalb der letzten sieben Tage beurteilt. Der Fragebogen zur Lebensqualität besteht aus zehn Fragen zu Beeinträchtigungen in Alltag, Freizeit, Schule, Arbeit und zwischenmenschlichen Beziehungen. Jede Frage wird mit einer Punktzahl zwischen 0 und 3 bewertet, so dass die Gesamtzahl zwischen 0 (keine Beeinträchtigung) und 30 (maximale Beeinträchtigung) liegt. Über 10 Punkte bedeutet, dass die Schuppenflechte einen starken Einfluss auf die Lebensqualität hat, über 20 Punkte sogar einen sehr starken Einfluss.6
© Dermatology Life Quality Index. A Y Finlay, G K Khan, April 1992
CP-532132
Der PASI-Wert ergibt sich aus dem Anteil der betroffenen Körperoberfläche und dem Ausmaß der Krankheitsaktivität.7
Beim PASI werden sowohl die betroffene Fläche als auch die Ausprägungen der Schuppen erfasst, aufgeteilt nach den vier Körperregionen Kopf, Rumpf, Arme und Beine.8 Dabei wird die Ausprägung von Rötung, Dicke und Schuppenbildung der Haut mit Punkten von 1 (keine) bis 4 (sehr stark) angegeben. Die befallene Körperoberfläche wird mit Punkten von 0 (keine) bis 6 (gesamte Fläche) bewertet.8 Mit Hilfe einer Formel errechnet sich aus den Punktzahlen ein Wert zwischen 0 und 72.7 Werte über 10 entsprechen einer mittelschweren bis schweren Form der Schuppenflechte.7
Grundsätzlich bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihren PASI-Wert.
Bei Interesse können Sie Ihren genauen PASI Wert hier berechnen.
Upgrade mittelschwere bis schwere Schuppenflechte:
Auch wenn BSA, PASI und DLQI unter 10 liegen, kann dennoch eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte vorliegen. Und zwar wenn einer der folgenden Fälle zutrifft:
Besprechen Sie Ihre Schweregradeinschätzung gerne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Im Rahmen der Diagnosestellung wird sie/er den Schweregrad ihrer Psoriasis ermitteln.
Aktuell gilt die Schuppenflechte zwar noch nicht als heilbar, doch es gibt inzwischen zahlreiche fortschrittliche Behandlungsmöglichkeiten, die zu einer langfristigen Symptomverbesserung bis hin zu einer Erscheinungsfreiheit führen können.12
Die Auswahl der jeweils richtigen Therapie ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Daher muss Ihr Therapieplan individuell mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt abgestimmt, regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.2
Zusätzlich zur Behandlung mit Medikamenten ist es oft hilfreich, die Ernährung umzustellen oder auch ein Patienten-Tagebuch zu führen, um auslösende Faktoren zu erkennen.910 Sprechen Sie hierzu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Bei der Schuppenflechte kommen sowohl äußerliche als auch innerliche Behandlungen zur Anwendung. Äußerliche Therapien, die nur an den betroffenen Hautstellen wirken, werden vor allem bei leichten Fällen eingesetzt. Der Einsatz von innerlichen (systemischen) Medikamenten, die auf den ganzen Körper wirken, ist bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte empfohlen. Einige dieser Medikamente können auch bei Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden.2
Welche Therapien zum Einsatz kommen, wird in der Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V. definiert.2
Bei einer leichten Schuppenflechte reicht die äußerliche Behandlung in der Regel aus. Zu den topischen Therapien gehören Salben, Cremes, Lotionen oder Shampoos. Kortison-Salben werden seit den 50er Jahren eingesetzt, teerhaltige Mittel zum Teil schon sehr viel länger.211
Die Bestrahlung mit speziellem Licht kann zu einer Verbesserung der Symptome der Schuppenflechte beitragen und wird in der Hautarztpraxis durchgeführt.11 Dabei ist die Kombination mit einer Badetherapie möglich. Gezielte Licht- und Badetherapien kommen seit den 70er Jahren zum Einsatz.2
Bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte sowie Psoriasis-Arthritis ist meist eine innerliche (systemische) Behandlung notwendig. Es stehen verschiedene Wirkstoffe und Produkte zur Verfügung, die in der Regel in Tablettenform eingenommen werden.2
Bei Biologika handelt es sich um systemische Therapien, die unter die Haut gespritzt oder als Infusion verabreicht werden.14 In Deutschland wurden die ersten Biologika gegen Schuppenflechte vor etwa 20 Jahren zugelassen.15
Die Behandlung mit Biologika wird empfohlen, wenn andere Therapieformen keinen ausreichenden Erfolg zeigen oder unverträglich sind.14
„Small Molecules" sind eine moderne Behandlungsalternative zu Biologika und können in Tablettenform eingenommen werden.14
Es gibt viele Gründe, über einen Therapiewechsel nachzudenken. Wenn Sie durch die Schuppenflechte erheblich in Ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über einen möglichen Wechsel zu einer anderen Therapie sprechen.
Wenn Sie unter einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte leiden und eine der folgenden Fragen mit Ja beantworten können, lohnt es sich, über einen Therapiewechsel nachzudenken:24
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Zustand Ihrer Haut durch Pflege zu verbessern. Bei Psoriasis-Patienten ist die Hautbarriere gestört, was eine besondere Hautpflege erforderlich macht, um diese wieder zu stabilisieren. Finden Sie hier einige Tipps.
Seien Sie anspruchsvoll und verfolgen Sie konsequent das Therapieziel, mit dem die Schuppenflechte Ihre persönliche Lebensqualität am wenigsten einschränkt!
Nicht alle Hautärztinnen und Hautärzte schöpfen das Therapiepotenzial für die Behandlung der Schuppenflechte voll aus. Daher ist es wichtig, dass Sie eine Dermatologin oder einen Dermatologen finden, die/der sich auf Schuppenflechte spezialisiert hat.
Finden Sie eine Ärztin oder einen Arzt in Ihrer Umgebung, die/der Ihnen Zugang zu einer für Sie passenden Therapie ermöglicht.
Nutzen Sie die regionale Arztsuche auf www.psonet.de/regionale-netze/ und vereinbaren Sie am besten gleich einen Termin. Sie können auch direkt nach Ärzten suchen, die moderne Therapien anbieten, indem Sie dies bei der erweiterten Suche angeben.
Hier finden Sie eine Übersicht aller regionalen Psoriasisnetze.
Mithilfe der komfortablen PsoNet-Kartensuche finden Sie eine gewünschte Praxis innerhalb eines regionalen PsoNet.
Nutzen Sie die bundesweite Arztsuche auf https://dermatologen-suche.de/ und finden Sie schnell und einfach einen qualifizierten Dermatologen, der auf Ihre Hauterkrankung spezialisiert ist. Mit der benutzerfreundlichen Suchfunktion können Sie gezielt nach Ärzten suchen, die auf Ihre Bedürfnisse eingehen und Sie kompetent behandeln.
Nutzen Sie die bundesweite Arztsuche auf www.onlinedoctor.de und kontaktieren Sie eine Ärztin oder einen Arzt über die telemedizinische Plattform des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen. In dieser Suche sind Psoriasis-Spezialisten aufgelistet, die über die telemedizinische Plattform angesprochen werden können und moderne Therapien anwenden. Alle Dermatologinnen und Dermatologen, die eine telemedizinische Beratung anbieten, finden Sie auf www.onlinedoctor.de.
Weitere telemedizinische Plattformen, die Sie nutzen können, sind: AppDoc, derma2go, dermanostic
Bei der Suche nach Psoriasis-Spezialisten in Ihrer Nähe sind auch Patientenorganisationen gerne behilflich. Folgende Organisationen beraten Sie gerne:
Vor Ihrem Arztbesuch ist es wichtig, sich gut auf das Gespräch vorzubereiten. Da in vielen Hautarztpraxen Zeitdruck herrscht, sollten Sie sich vor dem Arzttermin Notizen machen. Nehmen Sie außerdem Ihre regelmäßigen Termine wahr und achten Sie darauf, die Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes umzusetzen. Ihre Mitarbeit ist für den Erfolg der Therapie von entscheidender Bedeutung.
Gut vorbereitet ins Arztgespräch? Nutzen Sie unsere Checkliste!
Chronische, nicht ansteckende Psoriasis betrifft 2–3 % der Weltbevölkerung. Erhalten Sie hier Informationen zu Ursachen, Therapien, Ernährung, Stress und Lebensstil.
Mit chronischer Gelenkentzündung bei Psoriasis sind circa 200 000 Deutsche betroffen. Finden Sie hier Informationen zu Behandlung, Ernährung, Sport und Umgang mit Stress.
Dieser Text entspricht den redaktionellen Standards der J&J withMe und wurde von Dr. med. Julia Pfundt, einem Mitglied unserer medizinischen Redaktionskonferenz, geprüft. Lernen Sie hier die Mitglieder unserer medizinischen Redaktionskonferenz kennen.
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