
Die Ursachen sowie die Therapieformen von Lungenkrebs werden stetig weitererforscht, wodurch sich die Prognosen für Lungenkrebspatient:innen immer weiter verbessern. In keiner anderen Krebsart gab es in den letzten zehn Jahren so viele neue Therapiemöglichkeiten wie bei Lungenkrebs. Zu den modernen Therapieformen zählt u. a. die Therapie mit Antikörpern.
Die Behandlung mit Antikörpern1 ist eine Form der zielgerichteten Therapie. Zielgerichtete Therapien bringen den Vorteil mit sich, dass sie gezielt an spezifische Strukturen der Tumorzellen angreifen und somit meist sehr präzise wirken. Dadurch können gesunde Zellen weitestgehend von der Therapie verschont werden und weisen daher ein anderes Nebenwirkungsspektrum auf als die Chemotherapie.2 Die hier beschriebene zielgerichtete Therapieform basiert auf dem Einsatz von Antikörpern, „Y“-förmige Proteine, die spezifisch bestimmte Strukturen auf der Oberfläche von Zellen, wie Krebszellen, erkennen und an diese binden. Dies ermöglicht es, dass die Behandlung gezielt gegen die gebundenen Zellen gerichtet werden kann und dadurch nicht, wie bei einer Chemotherapie, alle Zellen angegriffen werden. Durch die Bindung der Antikörper an die Krebszellen werden wichtige Signale blockiert, die für deren Wachstum und Überleben notwendig sind. Manche Antikörper besitzen darüber hinaus die besondere Fähigkeit, zwei unterschiedliche Strukturen gleichzeitig zu erkennen. In diesem Fall bindet das untere Ende des „Y“ an eine Immunzelle und das obere Ende an die Krebszelle. Dadurch werden beide Zellen räumlich zusammengebracht, sodass die Immunzelle die Krebszelle angreifen kann und Krebszellen effektiv bekämpft werden können.
Neben den Antikörpern gibt es weitere zielgerichtete Therapien, die zur Behandlung von Lungenkrebs eingesetzt werden können. Hierzu zählen unter anderem Tyrosinkinase-Inhibitoren, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate sowie Angiogenese-Inhibitoren. Jede Therapie wirkt auf unterschiedliche Weise. Tyrosinkinase-Inhibitoren blockieren gezielt bestimmte Wachstumssignale in den Krebszellen und verringern so das Tumorwachstum.3 Antikörper-Wirkstoff-Konjugate dagegen bestehen aus einem Antikörper und einem Medikament gegen Krebs. Der Antikörper erkennt Tumorzell-spezifische Merkmale auf der Oberfläche von Krebszellen und bindet an diese. Dadurch wird der Antikörper zusammen mit dem Medikament in das Innere der Krebszellen aufgenommen, wo das Medikament seine Wirkung entfalten kann. Als Folge leiten die Krebszellen ihre Selbstzerstörung ein.4 Die zielgerichtete Therapieform mit Angiogenese-Inhibitoren wirkt, indem diese die Bildung neuer Blutgefäße im Tumor verhindern und somit die Blutversorgung von Tumoren beeinträchtigen. Hierdurch kann das Tumorwachstum verlangsamt werden.3 Aufgrund der Vielfalt an Therapieoptionen ist es wichtig, dass vor der Behandlung eine detaillierte Diagnose gestellt wird und die Therapie auf die Patientin/den Patienten abgestimmt wird.
Antikörper binden spezifisch an bestimmte Strukturen auf Krebszellen. Dadurch können wichtige Signale blockiert werden, die für das Wachstum und Überleben der Krebszellen notwendig sind. Einige Antikörper besitzen zudem die Fähigkeit, Immunzellen und Krebszellen räumlich zusammenzubringen. Dadurch können die Immunzellen die Krebszellen direkt angreifen. So wird das Tumorwachstum beeinflusst und gesunde Zellen werden weitestgehend verschont.
Bispezifische Antikörper können zwei unterschiedliche Strukturen gleichzeitig erkennen. Mit einem Ende binden sie an eine Immunzelle, mit dem anderen an eine Krebszelle. Dadurch werden beide Zellen räumlich zusammengebracht, sodass die Immunzelle die Krebszelle angreifen kann und diese effektiver bekämpft werden. Klassische Antikörper binden hingegen an spezifische Strukturen auf der Oberfläche von Krebszellen und richten die Behandlung gezielt gegen diese Zellen.
Neben Antikörpertherapien gibt es bei Lungenkrebs weitere zielgerichtete Therapieformen. Dazu gehören Tyrosinkinase-Inhibitoren, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate sowie Angiogenese-Inhibitoren. Diese Therapien wirken auf unterschiedliche Weise: Tyrosinkinase-Inhibitoren blockieren Wachstumssignale in den Krebszellen, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate kombinieren einen Antikörper mit einem Krebsmedikament, und Angiogenese-Inhibitoren hemmen die Bildung neuer Blutgefäße im Tumor. Da die Therapieformen unterschiedlich wirken, ist eine individuelle Diagnostik vor der Behandlung besonders wichtig.
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