Gesund leben – was bedeutet das und wie gelingt es?

Gesund leben – was bedeutet das und wie gelingt es?

Ein gesunder Lebensstil beugt Erkrankungen vor, verbessert Fitness und Wohlbefinden und kann das Leben verlängern. Erfahren Sie hier, wie man gesund lebt. Außerdem geben wir Tipps für den Einstieg in eine gesunde Lebensweise.

Warum ist ein gesunder Lebensstil wichtig?

Jeder will alt werden, dabei gesund und fit bleiben und sich wohlfühlen. Ein Schlüssel dafür ist eine gesunde Lebensweise. Gesund zu leben, hilft nachweislich bei der Vorbeugung von Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen1, Diabetes2 und Krebs3 und mindert das Risiko für Muskel- und Gelenkerkrankungen4. Auch das Immunsystem5 profitiert davon. Selbst mentale Aspekte wie die Stimmung und Lebensfreude lassen sich durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen.

Was gehört zu einem gesunden Lebensstil?

Zu einem gesunden Lebensstil gehören alle Bereiche des Alltags: eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, der Verzicht aufs Rauchen und ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol. Auch ein gesunder Schlaf und ein gut funktionierendes Stressmanagement sind wichtig.

Gesunde Ernährung – die wichtigsten Regeln

Zu den wichtigsten Säulen eines gesunden Lebens gehört die Ernährung. Ziel sollte sein, dem Körper alle Stoffe, die er braucht, in der benötigten Menge zuzuführen.

Die meisten denken dabei sofort an die Kalorien – der Energiegehalt der Lebensmittel ist aber nur ein Kriterium für gesunde Ernährung. Auch Vitamine, Mineralien und andere Inhaltsstoffe bestimmen mit, wie gut der Stoffwechsel funktioniert. Selbst Ballaststoffe sind – trotz ihres Namens – kein unnützer Ballast, sondern wichtig für einen gesunden, gut funktionierenden Darm.

Was genau der Körper braucht, hängt dabei von individuellen Aspekten (z. B. Alter, körperliche Aktivität) ab. Einige Faustregeln helfen bei der Orientierung:

– Bevorzugen Sie Wasser oder kalorienfreie Getränke wie Zitronenwasser oder ungesüßten Tee. Etwa 1,5 Liter pro Tag empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.6
– Sie sollten mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst pro Tag essen.6 Als eine Portion gilt eine Handvoll – die Portionen für einen Erwachsenen sind also größer als die für ein Kind.
– Verzehren Sie mindestens einmal in der Woche Hülsenfrüchte. Sie sind reich an Ballaststoffen, eine gute Eiweißquelle und liefern wertvolle Inhaltsstoffe wie B-Vitamine und Folat.6
– Gönnen Sie sich täglich eine kleine Handvoll Nüsse.Diese sind eine gute Quelle für ungesättigte Fettsäuren, die der Herz-Kreislauf-Gesundheit zugutekommen.6
– Greifen Sie bei Getreideprodukten besser zu den Vollkornvarianten: Sie sättigen länger und enthalten mehr Vitamine und Ballaststoffe als Lebensmittel aus Weißmehl.6
– Pflanzliche Öle sind reich an lebensnotwendigen Fettsäuren und Vitamin E. Sie sollten sie tierischen Fetten vorziehen.6
– Auch die Fette in Fisch sind empfehlenswert, sie enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Darum sollten Sie ein- bis zweimal pro Woche Fisch essen.6
– Fleisch enthält zwar gut verfügbares Eisen sowie Selen und Zink. Zu viel Fleisch – und da besonders Wurst – erhöht jedoch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Dickdarmkrebs. Halten Sie den Konsum deshalb in Grenzen (max. 300 g/Woche).6
– Achten Sie auch auf Zucker, Salz und verstecktes Fett! Vor allem in verarbeiteten Lebensmitteln sind oft mehr dieser Stoffe enthalten, als einem bewusst ist.6

Eine Auswahl an gesunden Rezepten finden Sie in unserer Rubrik „Service“. Die Rezepte sind für spezielle chronische Erkrankungen angepasst und können nach der Ernährungsform (z. B. vegan, laktosefrei etc.) gefiltert werden.

Gesunde Ernährung bei Schuppenflechte - Rezept: Spaghetti Spaghetti con spinaci e gorgonzola
Gesunde Rezepte

Entdecken Sie gesunde, vielfältige Rezepte, die einen positiven Einfluss auf Ihre Erkrankung haben können.

Bewegung im Alltag – so viel sollte es sein

Der Mensch ist durch die Evolution für ein aktives Leben ausgelegt. Muskeln, Knochen und Gelenke müssen in Bewegung sein, um fit zu bleiben. Nicht umsonst sagt der Volksmund „Wer rastet, der rostet“.

Auch das Herz-Kreislauf-System braucht Training. Der gelegentliche Blutdruckanstieg bei Belastung hält die Gefäße gesund, ein trainiertes Herz pumpt kräftiger und zuverlässiger. Lange unterschätzt wurde die Auswirkung von körperlicher Aktivität auf den Stoffwechsel. Zum einen funktionieren gut mit Blut versorgte Organe besser als solche, die „auf Sparflamme“ arbeiten. Zum anderen profitieren die Stoffwechselvorgänge selbst – zum Beispiel der Fett- und der Zuckerstoffwechsel – und das Hormonsystem von einem aktiven Körper.

Nicht zuletzt hängt auch die geistige Fitness und das mentale Wohlbefinden von einer guten Blutversorgung des Gehirns ab.

Wie viel Bewegung ist ausreichend?

Nutzen Sie im Alltag jede Gelegenheit, sich zu bewegen! Die berühmten Tipps wie „Treppe statt Aufzug“ oder „Fahrrad statt Auto“ klingen trivial, bieten aber eine gute Basis. Auch „selber kehren statt Saugroboter“ ist unter diesem Aspekt nicht die schlechteste Idee.

Gönnen Sie sich regelmäßige Spaziergänge – Bewegung an frischer Luft tut gut und die kleine Auszeit vom Alltagsstress entspannt. Ebenfalls wichtig: Lange Phasen des Sitzens immer wieder durch körperliche Aktivität unterbrechen.7

Zusätzlich wird regelmäßiger Sport empfohlen. Dabei geht es nicht um Hochleistungssport, sondern um das „Ankurbeln“ des Kreislaufes und die Aktivierung der Muskeln. Solange keine krankheitsbedingten Gründe dagegensprechen, gelten folgende Empfehlungen:

– pro Woche mindestens 150 Minuten moderater, ausdauerorientierter Sport wie Walking, Laufen oder Radfahren7
– ergänzend zweimal pro Woche muskelkräftigende Aktivitäten7

Kann man zu viel Sport treiben?

„Viel hilft viel“ gilt beim Sport nicht immer. Eine Überlastung kann durchaus schaden, vor allem bei gesundheitlichen Einschränkungen. Dennoch ist auch in diesen Fällen Bewegung wichtig, um den Fitnessgrad zu erhalten oder zu erhöhen. Sprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Haus- oder Facharzt bzw. Ihrer Haus- oder Fachärztin.

Außerdem: Viele chronische Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck schränken die Fähigkeit, Sport zu treiben, nicht ein. Sport ist im Gegenteil hilfreich bei der Verbesserung des Gesundheitszustandes. Selbst bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Arthrose, bestimmten Herzerkrankungen, klinischer Depression und anderen Problemen lassen sich durch angepasste Aktivitäten oft bedeutsame Gesundheitswirkungen erzielen.7

Gesunder Schlaf – warum er so wichtig ist?

Im Schlaf finden die Muskeln Zeit zur Erholung, der Stoffwechsel ist aktiv und „entsorgt“ beispielsweise Abbauprodukte, die im Körper nicht benötigt werden. Das Immunsystem arbeitet ebenfalls während des Schlafes intensiv an der Bekämpfung von Infektionen. In dieser Zeit regeneriert sich auch das neuronale Netzwerk im Gehirn. Es verarbeitet die Informationen des Tages und speichert sie im Langzeitgedächtnis, damit die Speicher des Kurzzeitgedächtnisses wieder für neue Eindrücke aufnahmefähig werden.8

Wie viel Schlaf jemand braucht, ist sehr individuell und auch altersabhängig. So brauchen Kleinkinder wesentlich mehr Schlaf als ältere Menschen. Empfohlen werden zum Beispiel für 3- bis 5-Jährige 10-13 Stunden Schlaf, Erwachsene ab 18 Jahren sollten mindestens 7 Stunden schlafen.9

Ein gesunder Schlaf zeichnet sich nicht nur ausreichende Länge aus, sondern auch durch die Qualität. Der bzw. die Schlafende sollte vier bis sieben Zyklen von Schlafphasen durchlaufen. Ein Zyklus besteht aus sogenanntem stabilem Schlaf, gefolgt von Tiefschlaf, erneutem stabilem Schlaf und schließlich der REM-Phase.8

Guter Schlaf ist wichtig für Wohlbefinden und Gesundheit. Feste Schlafenszeiten und beruhigende Abendroutinen helfen dabei, ihn zu erreichen. Außerdem sollte es im Schlafraum dunkel und leise sein, essenziell ist auch eine Matratze, die optimal an Ihre Größe, Ihr Körpergewicht und Ihren Körperbau angepasst ist.

Mehr zum Thema gesunder Schlaf erfahren Sie in unseren Magazinbeiträgen.

Stress abbauen – Tipps für mehr Gelassenheit

Biologisch gesehen ist Stress eine natürliche Reaktion des Körpers auf erhöhte Anforderungen. Der Organismus bereitet sich darauf vor, mehr zu leisten. Den Muskeln wird mehr Energie bereitgestellt, Herz und Kreislauf werden aktiver, Hirn und Nerven gehen in den Alarmmodus. Kurzzeitig ist das durchaus gesund.10

Hält Stress zu lange an, belastet das nicht nur die Psyche, sondern auch den Körper. Bei anhaltendem Stress können sogar chronische oder immer wiederkehrende Erkrankungen entstehen. Typisch sind Probleme mit dem Verdauungssystem oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch Depressionen, Burn-out und ein erhöhtes Risiko, eine Sucht zu entwickeln, gehören zu den Gefahren.10

Zum Glück kann man selbst Einfluss auf den erlebten Stress nehmen. Hier ein paar Tipps:

– Finden Sie die Stressauslöser und minimieren Sie diese. Wichtige von weniger wichtigen Aufgaben zu trennen, gehört ebenso dazu, wie Probleme zu erkennen und zu bearbeiten.10
– Behalten Sie den Überblick.10 Ein gutes Zeitmanagement heißt nicht nur, Termine nicht zu dicht zu legen, sondern auch, den Raum für Routinen und Pausen zu berücksichtigen.
– Erlernen Sie eine Entspannungstechnik, die Ihnen hilft. Die einfachste besteht darin, bewusst ein paarmal tief durchzuatmen.
– Beginnen Sie den Tag ruhig, am besten mit einem entspannten Frühstück.10 Auch für die anderen Mahlzeiten sollten Sie sich Zeit nehmen.
– Integrieren Sie regelmäßige Entspannungsphasen in Ihren Alltag. Das kann auch die Zeit für ein Hobby sein oder einfach mal zu faulenzen.10

Tipps für den Einstieg in einen gesunden Lebensstil

Es ist nie zu spät, sein Leben gesünder zu gestalten. Die positiven Effekte sind schon nach kurzer Zeit zu spüren: Man fühlt sich fitter und wacher, die Lebensfreude steigt, Beschwerden nehmen ab. Und so geht es:

– Kleine Veränderungen sind für viele im Alltag leichter umzusetzen als große Umbrüche. Sie müssen zum Beispiel nicht gleich Vegetarier werden, machen Sie einfach bei den Mahlzeiten die Gemüseportionen größer und die Fleischportionen kleiner.
– Planen Sie im Alltag feste Termine für Sport ein, so wird er zur Routine. Verabreden Sie sich beispielsweise mit Bekannten zum Walking oder belegen Sie einen Sportkurs in einem Fitnessstudio.
– Setzen Sie sich erreichbare, konkret messbare Ziele wie „Ich möchte pro Woche ein halbes Kilo abnehmen“. Dokumentieren Sie die Fortschritte – so vermeiden Sie, sich selbst zu beschummeln.
– Gönnen Sie sich einen Moment des Innehaltens und Freuens über Erreichtes. Auch kleine Belohnungen sind denkbar. Ein neues schickes Shirt als Selbst-Anerkennung für zwei Wochen ohne Rauchen kann motivieren.
– Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen. Tagesform und objektive Umstände wie eine plötzliche Erkrankung können schon mal das Umsetzen des Abnehm- oder Sportplanes ausbremsen. Falls die Fortschritte über längere Zeit den Zielen hinterherhinken, haben Sie sich vielleicht auch etwas überschätzt – passen Sie Ihre Ziele dann einfach an, damit Sie wieder Erfolgserlebnisse haben können.
– Suchen Sie sich Mitstreiter oder mentale Unterstützung in der Familie oder im Freundeskreis. Gegebenenfalls ist auch professionelle Hilfe sinnvoll. Das kann eine Ernährungsberatung sein, Stunden beim Fitnesscoach oder eine Rauchentwöhnungstherapie. Fragen Sie eventuell Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin nach Tipps, was in Ihrer Situation angebracht wäre.

Häufige Fragen rund um einen gesunden Lebensstil

– Geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs
– Stärkung des Immunsystems
– Gesteigerte geistige Fitness und verbesserte mentale Gesundheit
– Mehr Lebensfreude
– Höhere Lebenserwartung und mehr Selbstständigkeit im Alter

– Abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung
– Ausreichend körperliche Aktivität
– Gleichgewicht von Stress- und Entspannungsphasen
– Ausreichend guter Schlaf
– Verzicht auf schädliche Substanzen
– Selbstfürsorge: Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen und Ähnliches

– Erreichbare Ziele setzen
– Sich bewusst über Fortschritte freuen, Rückschläge nicht dramatisieren
– Schlechte Gewohnheiten durch gesündere Routinen ersetzen
– Wertschätzen der Alltagselemente, die bereits gut laufen

– Gemüse und Hülsenfrüchte
– Obst der Saison
– Vollkornprodukte
– Nicht nur Weizenprodukte, auch Hafer, Roggen etc.
– Pflanzliche Öle und Fette
– Nüsse in Maßen (nicht mehr als 30 g pro Tag)
– Fisch

– Pro Woche mindestens 150 Minuten moderater Ausdauersport
– Ergänzend zweimal pro Woche muskelkräftigende Aktivitäten

Diese Richtwerte gelten für gesunde Erwachsene. Bei chronischen Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Probleme) sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.

– Erwachsene 7-9 Stunden9
– Jugendliche 14-17 Jahre 8-10 Stunden9
– Kinder 6-13 Jahre 9-11 Stunden9
– Kinder 3-5 Jahre 10-13 Stunden9

– Für guten Schlaf sorgen
– Alltagsroutinen schaffen
– Pausen einplanen
– Prioritäten setzen
– Entspannungstechniken benutzen (z. B. Atemübungen, Meditation)

– Prüfen Sie, ob wirklich alle Aktivitäten im bisherigen Umfang nötig sind! Eventuell kann eine bessere Struktur des Alltags Räume für die nötigen Entspannungsphasen und Essenspausen schaffen. Manchmal hilft es auch, seine Zeit an Bildschirm und Smartphone unter die Lupe zu nehmen.
– Passen Sie Ihre Ziele an die verfügbare Zeit an. Die 150 Minuten moderater Sport pro Woche erreichen Sie zum Beispiel auch mit 3 mal 10 Minuten an jedem Werktag.
– Greifen Sie nicht wahllos zu Fertiggerichten, es gibt gesündere und weniger gesunde Varianten. Kochen Sie auf Vorrat und achten Sie bei den Zutaten auf gesunde Alternativen.
– Routinen mindern Stress. Das können Rituale vor dem Schlafengehen sein, Morgenroutinen oder feste Essenspausen.

– Zu hohe Erwartungen an die eigenen Fähigkeiten und die erreichbaren Effekte
– Diäten statt gesunder Ernährungsumstellung
– Essen nebenbei
– Bei Hungergefühlen nach dem Sport mehr essen als normalerweise
– Sich selbst durch die Umstellungspläne zusätzlich unter Stress setzen
– Äußere Motivation (z. B. „Der Arzt sagt, ich muss …“) statt eigener Antrieb
– Ausreden statt Lösungssuche

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Dieser Text entspricht den redaktionellen Standards der J&J withMe und wurde von einem Mitglied des redaktionellen Beirats der J&J withMe geprüft. Lernen Sie hier den medizinischen Beirat unserer Redaktion kennen.

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